Geträumt wach zu sein

Endlich!
Ich leide unter Schlafstörungen. Ich liege wach im Bett und kann einfach nicht einschlafen. Morgens nach dem Aufstehen war ich aber nicht so müde, als hätte ich nicht geschlafen. Wenn ich wirklich wach gelgen hätte müsste ich wie gerädert sein. So war meine Frage: Kann es sein, dass ich träumte wach zu sein und obendrein zu glauben es sei echt.
Ich hatte schon von luziden Träumern gehört und gelesen, aber es gelang mir nicht, bewusst in meinen „Ich-bin-wach-Traum“ einzugreifen. Allerdings stellte ich einen starken Schwindel fest, wenn ich aufstehen wollte. Mir schien es, als wäre ich durch den Vorsatz aufzustehen in die Realität hinein aufgewacht. Daher könne das taumelnde Gefühl kommen.
Nun aber zum einleitenden „Endlich!“. Gestern träumte ich, ich sei wach und würde Fernsehen. Ja, ich weiß, dass ein Fernseher im Schlafzimmer nicht der Schlafhygiene dienlich ist.
Als der Wecker klingelte, wurde ich wach öffnet die Augen und ich blickte auf meinen ausgeschaltetes TV-Gerät. Es war so, als wäre das Bild das ich träumte sehr nah an dem Bild das sich mir zeigte, als ich die Augen öffnete.
Ich habe hier für mich den deutlichen Hinweis, das ich wohl ziemlich realistisch träume wach zu sein.

Subvokalisieren

Wenn ich tagträume oder grüble, tue ich das in Gedanken mit Worten. Ich spreche sozusagen meine Gedanken denkend aus. Dabei nehem ich meine Sprachmuskulatur war, als wolle ich die Gedaken laut aussprechen. So passiert es mir auch beim Lesen, was den Lesefluß ausbremst und schnell ermüdend wirkt.
Ich versuche nun mich zu konzentrieren und so lange wie möglich ohne „Worte“ zu denken. Ich stelle mir dabei meine Muskeln vor, wie sie entspannt und dadurch schwer wirken. Oft springen schon nach wenigen Sekunden die Worte an. Ich würde gern wissen, wie es ist, mal ohne Worte zu denken – über einen längeren Zeitraum. Ob das überhaupt geht? Wie „denkt“ ein Mensch der schon ohne Gehör zur Welt kam? Wie fühlt sich das an? Wie kann er seine Umwelt ohne Begriffe strukturieren? Kann er lesen lernen?

Passivität

Während meines letzten stationären Aufenthaltes habe ich in der Kunsttherapie ein Gedankenbild auf die Leinwand bringen wollen. Dieses Bild zeigt einen Strand mit Blick auf das Meer. Im Hintergrund ein Sonnenuntergang, dem eine Schaar Möwen entgegefliegen. Dabei halten sie die Folterwerkzeuge meiner Kindheit in den Krallen und tragen sie fort von mir: Teppichausklopfer, Kochlöffel, Kuchenteigausschaber, Kleiderbügel(?)…
Ich selbst sitze wohlig beschützt in einer offenen großen Herzmuschel umgeben von Kuscheltieren, wärmlich geborgen durch die Sonne.
Das Bild ist bis heute nicht feritg in Acryl zu Papier gebracht und steht unvollendet herum. So klar und hilfreich mir diese Vorstellung war, ist sie heute eher trauerigmachend. Denn ich sitze passiv da in sicheren „Händen“ und das „Böse“ fliegt von mir weg.
Ich denke, da kann ich lange warten… besser ich suche mir ein anderes Bild, wo ich mich aktiv befreie.